2011druckenfilmemacherinnen: barbara albert und christine a. maier


Spieltag: Donnerstag, 11. August 2011
Filmbeginn: 20.30 Uhr

Der Durchbruch mit ihrem ersten Langspielfilm „Nordrand“ scheint nur eine logische Folge jener Geschichten gewesen zu sein, die Barbara Albert bereits in den Kurzfilmen entwickelte, die während ihres Studiums an der Filmakademie Wien entstanden sind. Sie erzählen von Mädchen und jungen Frauen, die noch Kinder sind und erwachsen sein wollen, oder umgekehrt. Sie erzählen von der Suche nach dem Glück, das immer wieder von den kleinen und großen Hindernissen des Alltags in Frage gestellt wird. Eine Klammer bildet nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit Christine A. Maier, mittlerweile eine der wenigen wirklich erfolgreichen Kamerafrauen Europas, die Barbara Alberts lakonischen und auf das Notwendigste reduzierten Erzählstil kongenial in Bilder übersetzt. Sie beginnt mit der ersten Regieübung („Nachtschwalben“, 1993) und endet – vorerst – mit dem Kinodebüt („Nordrand“, 1999). Was dazwischen liegt, ist Gegenstand dieser – der ersten den beiden Filmemacherinnen gemeinsam gewidmeten – Personale. | Programmdauer: 55 min

Durch den Abend führt Daniela Ingruber. Filmgespräch mit Barbara Albert.

     
  nachtschwalben
Barbara Albert, A 1993, 6:30 min, OmeU

Auf dem Discoklo. Ein Streit. Zwei Mädchen lassen ihre Wut an ihrer Freundin aus, niemand hindert sie daran. Das war einmalig in der Geschichte der Filmakademie Wien: Mit ihrer allerersten Regieübung wurde Barbara Albert mit dem Max Ophüls Preis für den Besten Kurzfilm ausgezeichnet.

Schauspiel: Katrin Reisinger, Barbara Ratheiser, Tanja Herbst | Drehbuch, Schnitt und Produktion: Barbara Albert | Kamera: Christine A. Maier | Hochschule: Filmakademie Wien

     
  die frucht deines leibes
Barbara Albert, A 1996, 25:30 min, OmeU

Die 7-jährige Natascha versucht, der für sie unverständlichen Welt der Erwachsenen zu entfliehen. Geprägt von katholischen Symbolen und sexuellen Eindrücken erschafft sie ihre eigene Welt – eine Welt, in der furchterregende schwarze Männer und fliegende Christkinderln hausen.

„Barbara Albert betreibt in ,Die Frucht deines Leibes‘ Körper- und Milieu-Analysen. Antworten gibt das Fresko von katholisch eingefärbter Seelenlandschaften nicht, die Faszination liegt im Unausgesprochenen. ,Wie schön!‘, sagt die Mutter, als sie am Heiligabend den Druckkochtopf aus dem Geschenkpapier wühlt ...“ (Veit Mölter)

Schauspiel: Claudia Porpaczy, Julia Gaitzenauer, Christoph Schagerl, Stefanie Letofsky, Emilie Zsoldos, Norbert Hintermayer | Drehbuch, Schnitt und Produktion: Barbara Albert | Kamera: Christine A. Maier | Hochschule: Filmakademie Wien

     
  sonnenflecken
Barbara Albert, A 1998, 23 min, OmeU

Ildiko und Uschi leben und arbeiten in einer Raststätte an einer Bundesstraße – Uschi mit ihrer Tochter Angie, Ildiko hin- und hergerissen zwischen mehreren Männern. Beide Frauen träumen vom großen Glück, wissen nur noch nicht, wo es zu finden ist.

„,Sonnenflecken‘ rückt zwei junge Frauen ins Zentrum, die ihr Leben am Stadtrand fristen und übersetzt deren Hoffnungen, Träume, Erwartungen in einen poetischen Reigen aus Musik, Tanzeinlagen und Piraten-Phantasien.“ (Lukas Maurer, Filmarchiv Austria)

Schauspiel: Nina Proll, Kathrin Resetarits, Victor Tremmel, Una Wipplinger | Drehbuch: Barbara Albert | Kamera: Christine A. Maier | Schnitt: Julia Pontiller | Ton: Wolfgang Mayr, Fritz Noltmann | Musik: Bruno Pisek, Heinz Ditsch | Produktion: Ursula Wolschlager, Sandra Gigerl, Tim Cupal | Hochschule: Filmakademie Wien