die näherinnen
Biljana Garvanlieva, D/MK 2010, 30 min, OmeU
Eriela, Vesna und Beti sind Näherinnen in der Kleinstadt Stip in Makedonien. Sie arbeiten hart, um ihre Familien ernähren zu können und träumen von einer besseren Zukunft. 120 Hemden muss eine jede von ihnen am Tag fertigstellen. Wollte sie selbst eines ihrer Hemden kaufen, so müsste sie dafür einen Monat lang arbeiten. Diese Arbeitsbedingungen wären im Westen undenkbar. Doch die Textilindustrie blüht, die Löhne sind niedrig und die Betriebe können H&M, deutsche Polizei und NATO schneller beliefern als die chinesische Konkurrenz.
Während unter den Frauen Vollbeschäftigung herrscht, hatten die Männer nach der Wende weniger Glück und sind fast alle arbeitslos. Eine Situation, die viel Konfliktpotenzial birgt, nicht zuletzt weil sie die Frauen in die Rolle der Alleinerhalterinnen drängt und ihnen verwehrt, eigene Ziele anzustreben. „Die Näherinnen“ ist ein sehr persönliches Portrait der Frauen von Stip und erzählt zugleich den Zustand einer Gesellschaft, die durch die Transformation und die Folgen der Globalisierung tief verwundet ist.
Drehbuch: Biljana Garvanlieva | Kamera: Dimo Popov, Manuel Zimmer | Schnitt: André Nier | Ton: Manuel Zimmer, Darko Boskovski, Bratislav Zafirovski | Musik: Robert Rabenalt | Produktionsleitung: Kathrin Isberner, Ognen Antov | Produktion: Gebrüder Beetz Filmproduktion
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