2011druckenfestival: crossing europe


Spieltag: Freitag, 15. Juli 2011
Filmbeginn: 21.30 Uhr

Tradition haben bei espressofilm mittlerweile Filmabende, an denen sich Festivals aus den Bundesländern mit abwechslungsreichen Kurzfilmprogrammen dem Wiener Publikum vorstellen. Nach film:riss (Salzburg) im Jahr 2009, sowie der Alpinale (Nenzing/Vorarlberg) und der Diagonale (Graz) im Vorjahr, wird heuer Crossing Europe (Linz) mit einer Kurzfilm-Retrospektive aus acht Jahren Festival ein Gastspiel in Wien geben. Zu sehen ist eine Auswahl von preisgekrönten Filmen der Programmschiene „Local Artists“, die Filmemacher/innen aus und in Oberösterreich eine Plattform für ihre Arbeiten und den Festivalbesucher/innen einen Überblick über das aktuelle audiovisuelle Schaffen in Oberösterreich bietet. Das Programm lässt nicht nur viel Raum für Animation und Experiment – unter anderem sind Arbeiten des Film-Avantgardisten Siegfried A. Fruhauf, der Trickfilmerin Edith Stauber und der Video-Künstlerin Michaela Schwentner zu sehen –, sondern zeigt auch, wie lebendig die heimische Musik- und Musikvideoszene ist. | Programmdauer: 75 min

Durch den Abend führt Wiktoria Pelzer (Crossing Europe). Filmgespräch mit Martin Music und
Edith Stauber.

     
  ground – s.k. invitational feat. ty
Luzi Katamay und Christian Dietl, A 2010, 5:30 min

„Ein zeitlich und bewegungsmotorisch dezent manipuliertes Video zur Nummer ,Ground‘ der Big Band S.K. Invitational. Titelgetreu performt sich die Band durch die Katakomben der Stadt, im Gepäck alles, was eine Liveband so braucht: Pauke, Saxophon, Keyboard, Tuba, Trompete, Poser und einen guten MC. Kurzum: Tunnelgetümmel at its finest!“ (Crossing Europe)

     
  jet – radian
Michaela Schwentner, A 2003, 6 min

„,Jet‘ entstand als Video zu dem gleichnamigen Track von Radian. Michaela Schwentner greift auf ältere, formale Elemente zurück, um damit ein anderes, ungeschliffenes Bild zu schaffen und trotzdem die Atmosphäre und Struktur des Musikstücks zu erhalten.“ (Crossing Europe)

     
  sw-nö 04
Barbara Musil und Karo Szmit, A 2004, 10:30 min, OF

„Der niederösterreichische Ort Reinsberg auf der Ebene seiner Bilder. Idyllisch grüne Berg- und Wiesenlandschaften setzen sich in Form von Gemälden und Postkarten in den Innenräumen der Wohn- und Wirtshäuser fort und machen damit die umgebende Natur allgegenwärtig. ,SW-NÖ 04‘ ist eine ,Begehung‘ der Orte in ihren gemalten Abbildern. Eine erfrischende Videoanimation und ein Vexierspiel zwischen den Medien.“ (sixpackfilm)

     
  am hauptplatz im wald
Sofie Thorsen, A 2006, 7 min, OF

„,Irgendwie gehören diese Orte uns. Manche waren immer so, sie haben immer uns gehört, unsere Eltern sind früher auch hingegangen‘, sagt die weibliche Teenagerstimme aus dem Off. Den authentisch holprigen Alltagsschilderungen in Dialekt hat Sofie Thorsen die Präzision ihrer schwarzweißen Zeichnungen gegenübergesetzt. Aus diesem Kontrast erschließt sich eine brüchige Poesie. Eine illustrierte Oral History der Jugendkultur im Allgemeinen und des Raumes im Speziellen.“ (Crossing Europe)

     
  bled – attwenger
Siegfried A. Fruhauf, A 2007, 3 min

„Kinan di leid wider bled schaun heid / kinan di leid wider bled schaun. Ein mantra-artig wiederholter Zweizeiler ist es, der das Textgerüst des Attwenger-Stückes ,BLED‘ bildet. Ein Zweizeiler, der sich im Lauf des Songs immer mehr zu einer Schleife verdichtet, die von dem grummeligen Rhythmus und den ungnädig eingestreuten Elektronik- und Akkordeon-Passagen noch verstärkt wird.“ (sixpackfilm)

„Der Blick in die Kamera führt das laufende Bild als Mittel des Exhibitionismus vor. Er zeugt vom Bewusstsein, dass es vor den reproduzierten Bildern jemanden gibt, der zurückblickt. Diesem Zurückblicken versucht sich der von der Leinwand ins Publikum schauende Protagonist durch die manuelle Bearbeitung und Deformation der Bilder zu entziehen.“ (Crossing Europe)

     
  eintritt zum paradies um 3€20
Edith Stauber, A 2008, 12:30 min, kein Dialog

„Seit jeher beschäftigt die Menschen der Mythos vom Paradies. In modernen Freizeitanlagen wird versucht, diese illusorischen Orte nachzuempfinden. Im Mittelpunkt der Geschichte: die Besucher/innen eines öffentlichen Freibads. Sattheit und Zufriedenheit bestimmen die Atmosphäre. Das Freibad entpuppt sich als eine Art demokratisches Paradies, institutionalisiert und – im Gegensatz zur Exklusivität des Garten Edens – um eine geringe Gebühr für jeden zugänglich.“ (Crossing Europe)

     
 
one way
Doris Musikar und Alexander Vittorio Papsch
A 2008, 8:30 min, kein Dialog

Fasziniert von und inspiriert durch Lars von Trier´s ,Dogville‘ ist der Kurzfilm ,One Way‘ entstanden. Es ist ein Versuch, eine kurze Geschichte ohne Dialog und aus fast nur einer Perspektive – der Vogelperspektive –, zu erzählen. Nur in bestimmten Momenten, die für die Protagonistin eine wichtige Rolle spielen, wird diese Perspektive aufgehoben.“ (Crossing Europe)

     
  sinister sisters slaughterhouse
Michaela Mandel, A/S 2009, 12 min, OF

Einstmals in einer Stadt, Franecker genannt, da ist es geschehen, dass ein Hausvater ein Schwein geschlachtet hat. Das haben seine Kinder gesehen. Als die Kinder nun nachmittags miteinander spielen wollten, haben die Schwestern zu ihrem Brüderchen gesagt: ,Du sollst das Schweinchen – und wir der Metzger sein‘. Darauf haben die Schwestern ein Messer genommen und ein Geschirrlein – wie sie es gesehen haben – um das Blut aufzufangen, dass man Würste könne machen ...“

Michaela Mandel holt einen Stoff der Gebrüder Grimm aus der Verbannung zurück und erzählt davon, wie aus Spiel bitterer Ernst werden kann: Dieser Film ist für uns: der emotional überwältigendste. Außergewöhnlich in seiner präzisen haptischen Umsetzung, in der die Hand der Filmemacherin bildwörtlich ins Geschehen eingreift. Außergewöhnlich im Sezieren der Erzählung. Er ist subtil humorvoll, direkt brutal und brutal direkt. Er ist für uns: der herausragende Film.“ (Jurybegründung für den CROSSING EUROPE Award Local Artist 2010)

     
  glass – cherry sunkist
Martin Music, A 2010, 5 min

„Zentraler Punkt des Videos ist die Reduktion auf eine einzige Einstellung – das Close Up. Grundlage der Dramaturgie ist nicht der Plot mit verschiedenen Einstellungsgrößen und Szenarien, die durch möglichst spektakuläre Montage zu einer Narration verdichtet werden, sondern die Mimik der Performerin. Ihr Mienenspiel wird durch eine für diesen Track programmierte Abfolge der Lichtsteuerungssoftware in Szene gesetzt. In Abstimmung auf die Musik erzeugen unterschiedliche Licht-Settings sich wandelnde Stimmungsräume.“ (Crossing Europe)

     
  karibische träume – bilderbuch
Antonin B. Pevny, A 2011, 5 min

„,Karibische Träume‘ zeigt das Verschwinden und Sich-Wiederfinden in einer unfreundlich kargen Welt. Die Entführung in einen Traum und die Verwandlung von Mensch zu Tier stehen sich in realer-surrealer Welt gegenüber. Wahrnehmungen verschieben sich, Versuchungen locken, aber Gefühle werden unterdrückt. Ein Musikvideo der besonderen Art.“ (Crossing Europe)