2011druckenfestival: identities – queer film festival


Spieltag: Donnerstag, 18. August 2011
Filmbeginn: 20.30 Uhr

Ein Kulturmanagementkurs mit praktischem Pflichtteil, das Einschlummern des lesbischwulen Filmfests und die Entdeckung des New Queer Cinema führten 1993 zur Entstehung des von DV8-Film seither präsentierten Queer Film Festivals in Wien. Der Rest ist Geschichte. Dass lesbisches Kurzfilmschaffen seit der Gründung von identities einen ganz besonderen Platz im Programm hat und den Filmemacherinnen viel Raum bietet, um sich inhaltlich wie stilistisch auszutoben und zu erproben, beweisen fünf wunderbare Kurzspielfilme der heurigen Festivalausgabe: „Vielfach kommen Themen und Charaktere auf die Leinwand, die sonst wenig Präsenz und Chancen im Kinogeschehen haben: lesbische Langzeitpaare mit und ohne Kinder, ältere Frauen mit ihren Begehren oder Girls mit migrantischem Hintergrund, ihr Alltag, ihre Selbstfindung, ihre Identität(en) zwischen Tradition und der Kultur der ‚neuen Heimat‘. Das von identities präsentierte Programm erlaubt einen intensiven Einblick in diese Vielfalt – von Brasilien bis Schweden. Enjoy an espresso forte forte of queer international shorts!” (Barbara Reumüller) | Programmdauer: 78 min

Durch den Abend führt Barbara Reumüller (Festivalleiterin, identities
– Queer Film Festival).

     
  na madrugada – journey into night
Duda Gorter, BRA 2008, 21:30 min, OmeU

„Margo, eine wohlsituierte Frau um die 60, kommt spät nach Hause. Sie hat offensichtlich eine aufregende Nacht hinter sich. Sie blickt in die Dunkelheit, an Schlaf ist nicht zu denken. Die Uhr tickt gnadenlos. Die Gedanken wandern. Ein Ballsaal mit ausgelassener Stimmung. Margot bewahrt Distanz, bis eine etwas jüngere Frau, wohl eine Arbeiterin, sie umwirbt und küsst. Die beiden geben sich ganz ihrem Begehren hin. Am nächsten Morgen steht Margot allein im Bad, und wir sind nicht sicher, was ihr Blick in den Spiegel bedeutet: War alles bloß ein Traum – oder tatsächlich ein erotischer Ausflug im Schutze der Nacht?“ (Barbara Reumüller, identities – Queer Film Festival)

Schauspiel: Anna Lucia Torre, Denise Weinberg, Betina Viany | Drehbuch: Duda Gorter nach einer Erzählung von Heloisa Seixas | Kamera: Jacqes Cheuiche | Schnitt: Renata Baldi | Musik: Felipe Radicetti | Produktion: Diego Catta Preta

     
  mann mit bart
Maria Pavlidou, D 2010, 12 min, OmeU

„Wenn du eines Tages heiratest, dann einen Mann mit Bart“, sagte Merals Oma immer, als Meral noch ein kleines Mädchen war. Mittlerweile ist Meral erwachsen und weiß nicht, wie sie ihrer Familie beibringen soll, was für eine wichtige Rolle Bärte in ihrem Leben spielen ...

Schauspiel: Demet Fey, Ferhat Keskin, Zeynep Comak, Ghislaine Soissong | Drehbuch: Ingrid Warnke-Kaltenegger | Kamera: Evin Bilmen | Ton und Schnitt: Benno Aselmeyer | Musik: Fabian Schulz | Produktion: Elisabeth Feltes | Hochschule: ifs internationale filmschule köln

     
  salamander
Jen Heck, USA 2009, 17 min, OF

Massachusetts, 1986. Die Challenger steht kurz vor dem Start, und Katie, ein junges Mädchen, befindet sich in der entscheidenden Phase des Erwachsenwerdens: Geht sie ihren eigenen Weg, oder folgt sie dem Gruppendruck in der Highschool? Und welche Rolle spielen dabei eine Mutprobe im Roller Rink, Lip Gloss und ein Salamander ohne Schwanz?

Jen Heck, vielbeschäftigte und vielseitige Autorin und Regisseurin im Independentbereich wie im kommerziellen Fernsehen („Dexter“, MTV), thematisiert nach ihrem preisgekrönten Kurzfilm „Airplanes“ erneut auf wunderbare Weise Themen des Erwachsenwerdens: erste Liebe, Identitätsfindung, aber auch jenes ganz besondere Gefühl zwischen Mädchen, wenn aus Freundschaft möglicherweise mehr wird. Gedreht wurde übrigens an eben jener katholischen Schule, die Jen Heck selbst in den späten 80ern besuchte.

Schauspiel: Mae Roney, Mackenzie Lesser-Roy, Simon Pincus, Carson Harold, David Alan Basche | Drehbuch: Jen Heck | Kamera: Martina Radwan | Schnitt: Scott Rosann | Musik: Angela Correa, Joseph Gerakines | Produktion: Linda Gay, Heather Riley

     
  födelsedag – birthday
Jenifer Malmqvist, S/PL 2010, 18 min, OmeU

Sara und Katarina sind ein Paar und versuchen schon seit langem, ein zweites Kind zu bekommen. Dass Katarina schwanger wird, war geplant. Aber ihr Geständnis, wie es geschah, verdirbt nicht nur ihr den Geburtstag ...

Schauspiel: Åsa Karlin, Lotten Roos, August Lindmark, Liva Leijnse Elkjær | Drehbuch: Jenifer Malmqvist | Kamera: Ita Zbroniec-Zajt | Schnitt: Bogusława Furga | Produktion: Lotta Andgren, China Åhlander

     
  oh, my god!
Anne Sewitsky, NOR 2008, 9:30 min, OmeU

„Was man nicht alles entdecken und kennen muss, um mit den ach-so-erfahrenen Freundinnen mitzuhalten. Heiße Sexhefte studieren? Pah, alles schon gesehen. Orgasmus? Klar, jeden Tag! Die Latte liegt hoch. Als die drei Girls einen Nachmittag zusammen verbringen, wird’s schließlich turbulent. Die Suche nach dem G-Punkt und das Wissen um den eigenen Körper wird zu einem höchst unterhaltsamen gruppendynamischen Erlebnis, bei dem so manche altkluge Rädelsführerin ganz schön ins Schwitzen gerät. Eine große Erleichterung, wenn man merkt, dass die Freundinnen in Sachen Sex auch nicht auf alles eine Antwort parat haben ...“ (Barbara Reumüller, identities – Queer Film Festival)

Die norwegische Filmemacherin Anne Sewitsky wurde für ihren schlichtweg umwerfenden Kurzfilm auf der Berlinale 2011 gleich mehrfach ausgezeichnet. Auf höchst unterhaltsame Weise gelingt es ihr im Team mit drei großartigen Schauspielerinnen, Tabus um die aufkeimende Sexualität von Jugendlichen zu brechen und dabei auch noch das Publikum in Extase zu versetzen. Lachkrämpfe nicht ausgeschlossen!

Schauspiel: Ebba Tangen, Julie Solberg, Ella Victorie Henriksen Haagensen | Drehbuch: Kathinka Nicolaysen | Kamera: Anna Myking | Schnitt: Ida Kolstø | Produktion: Synnøve Hørsdal