|
 special: o! fortuna! oder: was sein muss, muss sein?
Spieltag: Donnerstag, 14. Juli 2011
Filmbeginn: 21.30 Uhr
Einen humorvollen Kommentar zur Mehrfachrolle der Frau als Mutter, Hausfrau, Berufstätiger und Liebender, die sich auf allen Ebenen selbst zu verwirklichen sucht, liefert dieses Spezialprogramm mit zehn unangepassten Kurz- und Kürzestfilmen österreichischer Filmemacherinnen. Die spielen lustvoll und laut mit bunten Werbeklischees, aufgezwungenen Schönheitsidealen und angestaubten Verhaltensmaßregeln, tanzen unverschämt glotzende Männer in die Flucht und behaupten schlichtweg „God Was a Girl“. Selbst wenn Ihnen schließlich einiges aus dem geheimen Leben der Frauen lieber vorenthalten geblieben wäre: Dieses Programm ist nicht zu versäumen! | Programmdauer: 64 min
Durch den Abend führt Judith Kabas. Filmgespräch mit Karin Berger, Barbara Kaufmann, SI.SI. Klocker, Marlies Pöschl, Nana Swiczinsky, Vanessa Gräfingholt und Marie-Therese Zumtobel.

|
| |
|
|
 |
|
o! fortuna!
Karin Berger, A 2003, 5:30 min, kein Dialog
„Drei filmische Miniaturen, die von den Schwierigkeiten des Alltags mit Kind erzählen. Zu Beginn, in bebenden Super-8-Bildern festgehalten, die bevorstehende Geburt der Tochter: Babywäsche und Operndonner. Zwei, drei Jahre später, im Mittelteil der Miniserie, eine knappe ,comédie du travail‘: das tägliche Kochen-Putzen-Wickeln-Waschen-Bügeln, angehalten von Momenten stillen Glücks. In Episode drei wird die Welt der mittlerweile Zwölfjährigen als adoleszenter Sehnsuchtsrausch dokumentiert, zwischen Pferdekitsch und idealisierten Mutterbildern. Ein oft selbstironischer, manchmal melancholischer Blick einer Filmemacherin auf ihre Tochter, auf ihr Leben als ,Alleinerzieherin‘ und schließlich auf sich selbst. To be continued.“ (Constantin Wulff)
|
| |
|
|
 |
|
i don't know who you are – cherry sunkist
Karin Fisslthaler, A 2006, 3:30 min
„Das Musikvideo ,I don´t know who you are‘ zum gleichnamigem Track der Musikerin Cherry Sunkist enstand in Einzelbildbearbeitung aktueller Fernsehwerbungen. Bild für Bild wurden die Körper von Hintergründen und Logos isoliert und zu einem rhythmischen Zappeln und Zucken formiert. Die absurde Künstlichkeit, Glätte von Schönheit und Körperlichkeit wird durch den Text des Liedes, der um die Konstruktion von Bedürfnis und Begehren, dem Kampf gegen die Anpassung und die Diskrepanz zwischen Anziehung und Abgestoßensein, kreist, konterkariert.“ (film:riss)
|
| |
|
|
 |
|
carmen
Vanessa Gräfingholt, A/D 2009, 10 min, OF
„Wer schön sein will, muss leiden – oder auch nicht. Carmen kämpft gegen die äußeren Zeichen des Älterwerdens und kennt als Kosmetikerin die notwendigen Gegenmittel. Die Schönheit wird zur Erfüllungsgehilfin von Glückseligkeit, der Narzissmus im Kleid freundschaftlicher Hilfestellung zum wesentlichen Lebensinhalt. Sympathischer Dokumentarfilm von Vanessa Gräfingholt.“ (VIS Vienna Independent Shorts)
Mitwirkende: Carmen Gräfingholt | Drehbuch: Vanessa Gräfingholt | Kamera: Marie-Therese Zumtobel | Schnitt: Sebastian Schreiner | Hochschule: Filmakademie Wien
|
| |
|
|
 |
|
der berechnete ton
Marlies Pöschl, A 2006, 6 min, OF
„Ist menschliches Verhalten programmierbar? ,Der berechnete Ton‘ nimmt diese Frage als Ausgangspunkt und dreht sich auf unberechenbare Weise um die großen Fragen zwischenmenschlicher Beziehungen. Vier Liebesgeschichten in nur sechs Minuten, ein Happy End und alles, was sie schon immer über die Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht wissen wollten. Eine Karussellfahrt durch die Sphären des guten Tons.“ (film:riss)
Animation: Marlies Pöschl | Hochschule: Universität für Angewandte Kunst Wien
|
| |
|
|
 |
|
god was a girl
Judith Ullmann, A 2002, 1 min, kein Dialog
Gott als Venus – der Mann aufs Wesentliche reduziert. Die Frau als Macho – die westliche Schöpfungsgeschichte unter Beschuss.
|
| |
|
|
 |
|
parental guidance
Catherine Radam, A 2007, 5:30 min, kein Dialog
Im düsteren Ambiente einer Parkgarage veranstaltet eine Gruppe 13-jähriger Mädchen eine ungewöhnliche Tanzshow. Selbst die immer zahlreicher werdenden ungeladenen Zuseher/innen unterschiedlichster Couleur können die Mädchen dabei nicht aus dem Takt bringen. Im hypnotischen Takt der Musik von ecut verschwimmen in diesem von Karin Hammer meisterhaft montierten Musikvideo (Preis der Jury Schnitt, Internationales Filmfestival der Filmakademie Wien 2009) die Grenzen zwischen Beobachtenden und Beobachteten.
Schauspiel: Victoria Nurek, Magdalena Haas, Sophie Schweighofer, Fanny Stapf, Suzanna Ljubisavljevic, Natascha-Anna Buchholz, Priscilla Kivumbi | Drehbuch: Catherine Radam | Kamera: Michael Schindegger | Schnitt: Karin Hammer | Ton: Richard Bruszek | Musik: ecut | Produktion: Carina Klöpfel | Hochschule: Filmakademie Wien
|
| |
|
|
 |
|
was sein muss muss sein
Gunda Gruber, A 2007, 2:30 min, kein Dialog
Die Rotation einer Hausfrau im ewigen Kreislauf der sich ständig selbst vermehrenden Hausarbeit.
|
| |
|
|
 |
|
transkript
Barbara Kaufmann, A 2004, 5 min, OF
Franka ist Alleinerzieherin und arbeitet als Übersetzerin Slowenischer Literatur ins Deutsche. In schnörkellos verdichteter Erzählform wirft „Transkript“ einen ganzen Kosmos eines Frauenlebens auf, zwischen Ostereier ausblasen und heimlichen Rendezvous im Park. Drehbuch-Koryphäe Mogens Rukov, Juror des Internationalen Studentenfilmfestivals der Filmakademie Wien 2005, brachte die Jurybegründung für die Auszeichnung des Films mit dem Preis für das Beste Drehbuch mit einem Wort auf den Punkt: „Sex!“
|
| |
|
|
 |
|
laura. was sie schon immer über telefonsex wissen wollten
SI.SI. Klocker, A 2004, 18 min, OmeU
Beate Foltin hat mehrere Monate als Telefonistin einer Sexhotline gearbeitet. Als „Laura“ gibt sie nun – unverblümt und auf höchst unterhaltsame Weise – ihre Erfahrungen an das Publikum weiter und führt in die professionelle Welt der Sexarbeit ein. Anhand von drei Telefonsexgesprächen werden Aspekte der Vermarktung von Sex und Körperformen und der damit verbundenen Illusionen sichtbar gemacht. Es darf gelacht und auch mitgestöhnt werden, wenn „Laura“ in einem perfekt choreografierten Rollenspiel „Stefan Michi“ in orgiastische Höhen dirigiert und sichtlich ihren Spaß daran hat.
|
| |
|
|
 |
|
lezzieflick
Nana Swiczinsky, A 2008, 7 min, kein Dialog
„Das Ausgangsmaterial von Nana Swiczinskys ,Lezzieflick‘ sind Spielkarten mit pseudo-lesbischen Darstellungen sowie Fotografien typischer ,Frauen am Arbeitsplatz‘ aus dem Bestellkatalog einer kommerziellen Bildagentur. Mittels eines Morphing-Programms wurden diese mitunter unfreiwillig komischen Fotos animiert; das Verfahren macht sowohl die sexuelle Aufladung der ,Alltagsphotos‘ wie die billige, kommerzielle Inszenierung der Pornoaufnahmen sichtbar. ,Penetriert‘ wird in diesem Fall vor allem das Grundmaterial, also das bedruckte Papier, sodass das Video beständig zwischen ,fleischlicher‘ Darstellung und Abstraktion/Auflösung hin und her pendelt.“ (Stadtkino Wien)
|