|
 festival: vis vienna independent shorts
Spieltag: Freitag, 19. August 2011
Filmbeginn: 20.30 Uhr
Als größtes Kurzfilmfestival Österreichs präsentiert sich das VIS nach acht ereignis- und entwicklungsreichen Jahren als gleichzeitig etabliert und lebendig. Bei espressofilm wird nun die vielleicht umfassendste Festivalretrospektive zu sehen sein, die es je gab: Filme aus allen Festivalausgaben, allen Erdteilen und allen Genres stehen auf dem Programm. Deren gemeinsames Qualitätskriterium: Es handelt sich um die ganz persönlichen Lieblingsfilme des Festivalteams! Das Publikum erwartet eine hochgradig unterhaltsame Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der nicht nur nach Herzenslust gemeinsam gelitten werden darf, sondern auch geschmust, gesungen, berlinert und sich auch ordentlich gefreut. | Programmdauer: 89 min
Durch den Abend führen Daniel Ebner und Alexandra Valent (VIS Vienna Independent Shorts).
|
| |
|
|
 |
|
celuvkata – the kiss
Toma Waszarow, BUL 2005, 1 min, kein Dialog
„Brennende Sonne, starrende Augen, Schweiß auf der Stirn, auf den Lippen – dann ein Kuss, und alles ist vorbei. Eine ergreifende Momentaufnahme, und eine ganze Geschichte in nur einer Minute – großes Kino von Toma Waszarow.“ (VIS Vienna Independent Shorts)
Schauspiel: Milena Spiridonova, Filip Avramov | Drehbuch: Juri Staikov | Schnitt: Toma Waszarow | Kamera: Vanio Georgiev | Produktion: Assen Vladimirov
|
| |
|
|
 |
|
the bohemian rhapsody project
Ho Tzu Nyen, SGP 2006, 6:30 min, OF
„Der aus Singapur stammende Künstler Ho Tzu Nyen inszeniert ein opernähnliches Bühnendrama, dessen wechselweise gesungene und gesprochene Textzeilen vollständig auf dem Wortlaut des geradezu epischen Queen-Hits basieren. Das narrative Kernthema von ,Bohemian Rhapsody‘ – Anklage und Urteilssprechung – übersetzt Ho Tzu Nyen auf visueller Ebene ganz unmittelbar: das Video spielt in den Räumen des ehemaligen obersten Gerichts Singapurs und zeigt eine Prozesssituation.“ (Jelena Jazo, intercool 3.0)
Ho Tzu Nyen liefert mit seiner Videoarbeit ein verwegenes und vielschichtiges Film-Experiment. Zum einen ist der Entstehungsprozess des Films der tatsächliche Film und zeigt ausschließlich das – inszenierte – Vorsprechen für einen fiktiven Film, in dessen engere Auswahl 22 junge Männer gekommen sind, zusammengeschnitten auf die Originallänge des Songs.
Die Arbeit ist aber nicht nur selbstreflexiv, sondern auch ortspezifisch und dadurch eng mit der sozialen und kulturellen Geschichte Singapurs verbunden. Zum ersten Mal wurde „The Bohemian Rhapsody Project“ 2006 im Rahmen der Singapur Biennale an dem Ort, an dem sie entstanden ist, gezeigt: in einem Gerichtssaal, der eine schreckliche Rolle in Bezug auf den Tod vieler Menschen hatte.
Nicht zuletzt ist Ho Tzu Nyens Arbeit auch als eine Auseinandersetzung mit der Popkulturgeschichte zu lesen. Mit der für ihr Genre bahnbrechenden Vorlage verfährt der Künstler freilich wie es ihm beliebt – was den Film zu einem ganz besonderen Erlebnis macht.
|
| |
|
|
 |
|
die leiden des herrn karpf – morbus bechterew
Lola Randl und Rainer Egger, D/A 2007, 9 min, OF
„Angefangen hat es im Knochen vom Daumen. Und dann ein bisschen im Zeigefinger. Und am nächsten Tag an der anderen Hand genauso. Dann im Ellenbogen und dann auch im rechten Knie. Also bin ich zum Arzt gegangen und habe ein Blutbild machen lassen. Und der sagt, ich habe die besten Werte seit über 15 Jahren. Also frage ich mich, was das sein kann.“
Herr Karpf muss los, aber er fühlt sich nicht wohl. Leidet er etwa an einer chronischen Wirbelsäulenerkrankung? Erster Teil der lebensklugen Kurzfilm-Trilogie von Lola Randl und Rainer Egger (2008: „Der Besuch“, 2009: „Der Geburtstag“), die einen Einblick in die Welt eines liebenswerten Neurotikers aus Tirol gibt.
„Randl und Egger statten Herrn Karpf mit all dem aus, was einen postmodernen Einsiedler klassisch österreichischer Provenienz so ausmacht: einem sehr hohen gefühlten Grad an Selbstreflexion, der allerdings keineswegs mit der tatsächlichen Einsicht in die eigenen Schwächen einhergeht, einem ausgesprochen gesunden Selbstbewusstsein, dass sich auch nicht durch offensichtliche Ablehnung von Außen aus der Ruhe bringen lässt und der Fähigkeit zu nicht enden wollenden Selbstgesprächen, die kein Gegenüber brauchen.“ (Luc-Carolin Ziemann, shortfilm.de)
Dokumentarisches und Fiktionales verschmelzen in „Die Leiden des Herrn Karpf“ und erzeugen dabei eine eigentümliche suggestive Kraft – was unter anderem auf der Regensburger Kurzfilmwoche mit einem Hauptpreis honoriert wurde.
Schauspiel: Rainer Egger | Drehbuch: Lola Randl, Rainer Egger | Kamera: Lola Randl | Schnitt: Sabine Smit | Sound Design: Michael Stecher | Musik: Maciej Sledziecki | Produktion: Komet Film
|
| |
|
|
 |
|
muto
Blu, I 2007, 7 min, kein Dialog
„Ein Graffito wird durch die Kamera zum Leben erweckt, wandert über Mauern und Häuserfassaden und durchwandelt dabei die seltsamsten Metamorphosen, bis es sich wieder verflüchtigt.“ (VIS Vienna Independent Shorts) Mehrfach preisgekröntes Werk (u.a. Uppsala Short Film Festival, Anilogue Festival Budapest, Animateka Festival Ljubljana) des italienischen Graffiti-Künstlers Blu.
|
| |
|
|
 |
|
miraslava
Roberto Santaguida, CA 2007, 7 min, OF
„Eigentlich hätte es ein Film über Miraslava werden sollen, doch das Leben des jungen Erzählers liegt gerade in Scherben vor ihm. Seine Mutter habe ihm gesagt, berichtet er, dass sie von allen seinen Geschwistern bei ihm am glücklichsten gewesen sei, als er ausgezogen sei. Nachdenklich präsentiert sich dieser zarte, experimentell angehauchte Essayfilm, der ein wenig an den großen Robert Frank erinnert.“ (VIS Vienna Independent Shorts)
|
| |
|
|
.jpg) |
|
lucía
Niles Atallah, Joaquín Cociña und Cristóbal León
CL 2007, 4 min, OmeU
Lucía erinnert sich an den Sommer, in dem sie sich in Luis verliebt hat. Während sie aufgeregt flüstert, erscheint sie in Kohlezeichnungen an den Wänden eines altmodisch möblierten Zimmers, in dem zerbrochene Gegenstände lebendig werden und herumwandern. Erst nach und nach herrscht wieder Ordnung und die Sachen finden ihren Platz.
„Lucia“ ist der erste Teil der vielfach preisgekrönten Filmserie „Lucia, Luis and the Wolf“, in der die Geschichte der drei Figuren in aufwändiger Pixilation-Technik an einem einzigen Schauplatz bebildert wird. Unter anderem wurde das chilenische Animationsfilm-Trio bei VIS Vienna Independent Shorts 2010 gleich zweifach ausgezeichnet (ASIFA Austria Award, Skip Audience Award), sowie speziell das Drehbuch mit dem Preis der Literaturwerkstatt Berlin.
|
| |
|
|
 |
|
eut-elle été criminelle – even if she had been a criminal
Jean-Gabriel Périot, F 2006, 9 min, kein Dialog
„Sommer 1944. Im befreiten Frankreich werden ehemalige Geliebte deutscher Soldaten öffentlich gedemütigt. Zu den Klängen der siegestrunkenen Marseillaise setzt sich Jean-Gabriel Périot kritisch mit Nationalismus und patriarchaler Gewalt auseinander.“ (VIS Vienna Independent Shorts)
|
| |
|
|
 |
|
freude
Thomas Draschan, A 2009, 2 min, kein Dialog
„Zersetzen, verfaulen, verwesen, verwittern: Thomas Draschans jüngstes Werk, das in Rotterdam Premiere feierte, ist ein visuelles Vergnügen, ein populärkultureller Bildersturm, ein auf der Leinwand explodierendes Meisterwerk. Das ist Film pur – in Form, Rhythmus und Montage.“ (VIS Vienna Independent Shorts)
|
| |
|
|
 |
|
please say something
David OReilly, IRL 2010, 10 min, OmeU
Katze und Maus als unglückliches Liebespaar, ihr Leben gezeichnet von Egozentrismen, ihre Beziehung ein kaum lösbares Computerspiel. Dem jungen Animationsfilm-Regisseur David OReilly ist mit seiner tragischen Fabel in synthetischem Look ein ganz großer Wurf gelungen: 2009 wurde „Please Say Something“ nicht nur bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen (Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs), sondern auch auf der Berlinale mit dem Hauptpreis in der Kategorie Kurzfilm ausgezeichnet.
„David OReilly schafft, was nur wenigen Filmemachern so überzeugend gelingt: Er sprengt die Grenzen der bekannten Bildsprache mit einer ganz eigenen 3D-Ästhetik, kreiert auf der Tonebene eine ebenso originäre Entsprechung und bricht mit der Logik von vertrauten Erzählstrukturen. Seine Protagonisten – das Liebespaar aus Katzenfrau und Mäusemann – lässt er unerbittlich in einer technisierten Großstadt durch verschiedene, klischeeträchtige Beziehungsszenen ziehen. Die ironischen Brechungen, die ungewöhnliche Farbdramaturgie und der überraschende Einsatz von Schrift erstaunt, fasziniert und verwirrt zugleich. Bravissimo!“ (Deutsche Film- und Medienbewertung)
Animation: David OReilly | Musik: Bram Meindersma
|
| |
|
|
 |
|
fliegenpflicht für quadratköpfe
Stephan Flint Müller, D 2004, 13:30 min, OF
„Wenn die Wahrnehmung turbo geht, der Witz der Wirklichkeit abgewonnen wird und die Originalität kaum überboten werden kann: Berlin ist der Abenteuerspielplatz für den Einfallsreichtum des Jungfilmers Stephan Flint Müller. Zur ,nachhaltigen Langeweileverscheuchung‘ führt die ,Berliner Flitzpiepe‘ akrobatische Performances mit tonnenschweren Hüten, slapstickartige Interaktionen mit Werbeplakaten und anarchische Experimente mit Kameraperspektiven auf.“ (VIS Vienna Independent Shorts)
„Fliegenpflicht für Quadratköpfe“ war fraglos einer der beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Kurzfilme der letzten Jahre, der quer durch alle Festivals für Furore sorgte und zahlreiche, völlig unterschiedlich ausgerichtete Wettbewerbe gewann: Den Jugendfilmwettbewerb in Oberhausen, den Publikumspreis im Internationalen Wettbewerb von Annecy und den Hauptpreis der Kunstfilmbiennale Köln.
Schauspiel: Stephan Flint Müller | Drehbuch und Kamera: Stephan Flint Müller | Musik: Bettie Serveert
|
| |
|
|
 |
|
beckenrand
Michael Koch, CH/D 2006, 19:30 min, OmdU
Es ist Hochsommer, die Menschen strömen in Massen ins Gartenbad, als die Aufmerksamkeit des Bademeisters eines Morgens durch einen ungewöhnlichen Fund, auf eine Gruppe junger Leute gelenkt wird. Es kommt zur Konfrontation zwischen den Jugendlichen und dem Bademeister und zu einem tragischen Missverständnis. Eine Geschichte über ambivalente Freundschaften und deren Interpretationsmöglichkeiten. Nicht zuletzt kreist der Film um das Thema des Beobachtens im Spannungsverhältnis zwischen dem, was man sieht und dem, was man sehen will.
Schauspiel: Hansjürg Müller, Luca Zindel, Lea Baur, Lorenz Adler, Claudio Gallasch, Claudio Gattiker, Damian Koch, Greta Stieger, Alessia Rizza, Rafael Thamberger | Drehbuch und Produktion: Michael Koch | Kamera: Benedikt Ritter | Schnitt: Rosa Albrecht, Michael Koch | Ton: Michael Hediger | Sound Design und Musik: Frank Boehle, Johann Laeschke | Hochschule: Kunsthochschule für Medien Köln
|
 |
|
|